(* 18. Februar 1859 Schwamendingen; † 5. März 1923 Chur), Geigenbauer in Chur, Malans

Steckbrief

Geboren
18. Februar 1859 Schwamendingen
Gestorben
5. März 1923 Chur
Wirkungsort
Chur, Malans
Tätig
ab 1901
Spezialität
Violinen, Cellis, Bratschen, hellroter Lack

Als Sohn eines Malers erlernte Baltensperger das Malerhandwerk und ging zur Ausbildung nach München. Gesundheitshalber musste er diesen Beruf aufgeben. Durch den Zufall einer schadhaft gewordenen Streichmelodie wurde er zum Instrumentenbau geführt. Seine erste Geige datiert aus 1901. Bald war er weitherum bekannt. Pablo Sarasate war entzückt über den Wohlklang seiner Geigen. 1908 konzertierte Stephy Geyer auf einer Baltensperger-Geige. Er baute ca. 300 Instrumente, darunter 6 Cellis und 3-4 Bratschen. Viele seiner Instrumente sind in englischem Besitz. Sie sind sehr sorgfältig gebaut und besitzen einen prachtvollen, hellroten Lack.

Das Wirken dieses Geigenbauers steht exemplarisch für die reiche Tradition des autodidaktischen Instrumentenbaus in der Schweiz, wo handwerkliches Geschick und musikalische Leidenschaft immer wieder Menschen ohne formale Ausbildung zu beachtlichen Leistungen im Geigenbau führten.

Quellen: Hans Boltshauser, «Die Geigenbauer der Schweiz», Hälg-Verlag Degersheim, 1969. Ergänzende Informationen: SVGB – Schweizer Verband der Geigenbauer und Bogenmacher, Violin-Lexikon.